Marsberg bringt Haushaltsplan 2027 frühzeitig ein – Keine Steuererhöhung trotz schwieriger Rahmenbedingungen
Bürgermeister Koch hat gemeinsam mit Kämmerin Kern den Haushaltsplan 2027 in den Rat eingebracht. Der Entwurf steht ganz im Zeichen einer sich deutlich verschärfenden Finanzlage, die Marsberg dennoch ohne Steuererhöhung für die Bürgerinnen und Bürger bewältigen will.
„Wir stehen vor immer größeren Herausforderungen, während unsere finanziellen Spielräume zunehmend schrumpfen. Neue Aufgaben und gesetzliche Anforderungen werden auf die Kommunen übertragen, häufig ohne dass die dafür notwendigen finanziellen Mittel in ausreichendem Umfang bereitgestellt werden.
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund warnt seit Langem vor einer strukturellen Finanzkrise der Kommunen. Auch wir in Marsberg können uns dieser Entwicklung nicht entziehen. Von den Städten und Gemeinden wird erwartet, dass sie die Funktionsfähigkeit des Staates vor Ort sicherstellen. Wir sollen Vertrauen in demokratische Institutionen stärken, soziale Angebote ermöglichen und für eine funktionierende Infrastruktur sorgen. Gleichzeitig werden wir bei der Umsetzung dieser Aufgaben häufig mit finanziellen und bürokratischen Hürden konfrontiert.“ betonte Bürgermeister Koch in seiner Einbringungsrede.
Im Gegensatz zum Vorjahr erhält die Stadt Marsberg im Rahmen des Gemeindefinanzierungsgesetzes (GFG) für das Jahr 2027 wieder Schlüsselzuweisungen i. H. v. 4,6 Mio. € durch das Land NRW. Dies liegt jedoch hauptsächlich am Einbruch der Gewerbesteuereinnahmen, diese sinken in der Planung von 20 Mio. € auf 14,5 Mio. €.
Mit ca. 50 % dominieren die Transferaufwendungen den Marsberger Haushaltsplan 2027. Ein wesentlicher Kostenfaktor bleibt die Kreisumlage. Der Haushalt des Hochsauerlandkreises wurde am 09. Oktober 2026 eingebracht, dieser sieht eine Erhöhung des Hebesatzes der Allgemeinen Kreisumlage um 1,45% auf nunmehr 39,33% vor. Ebenso steigt die Jugendamtsumlage um 1,95% auf 25,05%. Im Jahr 2027 muss die Stadt Marsberg somit rund 23 Mio. € an den Hochsauerlandkreis überweisen.
Trotz dieser massiven Belastungen sieht der Haushaltsentwurf keine Steuererhöhungen bei einem erwarteten Jahresfehlbetrag von 2,8 Millionen € vor.„Unser gemeinsames Ziel ist es, die finanzielle Handlungsfähigkeit unserer Stadt auch in den kommenden Jahren zu erhalten. Aufgrund der schwierigen Haushaltslage lässt sich nicht jeder Wunsch erfüllen. Wir müssen genau hinschauen, Ausgaben kritisch prüfen und klare Prioritäten setzen. Notwendige Maßnahmen müssen wir von solchen unterscheiden, die zwar wünschenswert, aber derzeit nicht finanzierbar sind“ betont Bürgermeister Koch.
Trotz der schwierigen Voraussetzungen investiert die Stadt Marsberg 2027 knapp 12 Millionen €. Hiervon entfallen 5,2 Mio. € in den Breitbandausbau in allen Ortsteilen, 3,4 Mio. € in die Infrastruktur und 1,8 Mio. Euro in die Feuerwehr.
Der Haushaltsplan 2027 steht für Verantwortung, Klarheit und Stabilität in schwierigen Zeiten. Trotz massiver Belastungen durch Kreis- und Jugendamtsumlage und dem Einbruch der Gewerbesteuereinnahmen bleibt Marsberg handlungsfähig ohne Steuererhöhung, mit klaren Prioritäten und Weitblick für die Zukunft.
Die Beschlussfassung vom Haushaltsplan 2027 ist für den 04. Dezember 2026 vorgesehen.





